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Wir ziehen um. Nicht ganz freiwillig, aber dennoch. Beim Einzug unserer jetzigen Wohnung waren wir eigentlich überzeugt gewesen, hier ewig und immer wohnen zu bleiben. Es war die Wohngegend meiner Kindheit, ich hörte wieder die gleiche Kirchenglocke, stand wieder gegenüber den gleichen imposanten Jugendstilhäusern, die inzwischen so einiges zu erzählen hatten. Das Viertel blüht gerade wieder auf – und wir waren gerne ein Teil davon.

Das Haus, in dem wir noch wohnen, ist von 1935. Der Erbauer und Architekt hat auch in diesem Haus, in unserer Wohnung gewohnt und das Haus ist bis heute in Familienbesitz. Das sind ja eigentlich sympathische Umstände. Jedoch hängt das, wie so vieles im Leben, immer von den einzelnen Menschen ab. Und hier genau begann auch unser Problem.

Umgangsart

Wir möchten nicht darüber spekulieren oder irgendwelche Stimmungen verbreiten, doch fanden wir uns nach 7 Jahren mit einem Mal kurz vor Weihnachten einer Situation gegenübergestellt, die wir nie erwartet hätten und an der wir bis heute noch rumkauen. Dabei geht es nicht um die grundsätzliche Sache. Die ist bestimmt Einstellungs- und Geschmackssache. Doch die Art des Umgangs damit hat uns fassungslos gemacht – und dazu gebracht, uns eine neue Heimat zu suchen.

Was für ein Glück, dass wir eine ebenso schöne Wohnung in der Nähe gefunden haben. Sie hat ein paar Vorteile gegenüber der alten Wohnung, aber natürlich auch ein paar Nachteile. Ganz großer Nachteil – wir wohnen nicht mehr mitten in unserem heißgeliebten Viertel.

Tolle Ecke – tolle Menschen

Was wir hier in den letzten 7 Jahren für wahnsinnig tolle, kompetente, lebensfrohe und kreative Menschen kennengelernt haben – einfach der Wahnsinn!

Wir sind beide über 50 und damit schon ein wenig im Leben rumgekommen, haben in den verschiedensten Ecken gewohnt und uns auch immer wohlgefühlt. Aber hier in Eicken, in den letzten 7 Jahren, haben wir noch einmal eine ganz andere Wohnqualität kennengelernt.

Noch zuletzt, als wir unser „altes“ Esszimmer per eBay Kleinanzeige verkauft haben, meldeten sich ausgerechnet Menschen auf unsere Anzeige, die zum einem direkt um die Ecke wohnen und zum anderen auch wieder unglaublich nett und sympathisch waren. Nach einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass es ganz viele gemeinsame Bekannte gab, obwohl es doch einen wesentlichen Altersunterschied zwischen uns gibt. Das ist wie auf dem Dorf – und doch anders.

Ich bin davon überzeugt, dass es das auch an ganz vielen anderen Orten der Welt gibt. Sogar in Mönchengladbach. Aber uns ist dies vorher noch nie so begegnet und wir sind sehr froh, es hier erlebt zu haben.

Auf zu neuen Ufern

LeuchtkastenNun geht es in eine neue Wohnung, eine neue Straße gilt es zu erkunden. Wir sind guten Mutes, da wir in der Nähe bleiben und noch ein bisschen näher an unseren geliebten Stadtgarten rücken. Wir freuen uns auf unsere neuen Nachbarn und bleiben unseren alten verbunden. Das ist schön. Wenn doch nur jemand für uns alle Kartons packen könnte…

 

1 Kommentare

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