Langeweile

Langeweile

Wenn man krank ist und mit einem Mal so viel Zeit hat, die nicht zwangsverfügt durch Arbeit und Familie wird, dann kommt sie schon mal vorbei und macht sich breit – die Langeweile.

Hab’s gerade am eigenen Leib gespürt. War ein paar Tage krank und dummerweise auch stark ansteckend, weswegen ich mich eingeigelt habe und kaum Kontakt zu anderen hatte. Zumindest im echten Leben. Im virtuellen geht das ja, egal, wie krank wir sind.

Positiv

Das ist ein echter Gewinn. Es gibt einige Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nur sehr erschwert Zugang zu anderen Menschen haben können. Also so mit Berührung und In-einem-Raum-sein. Da sind die virtuellen Möglichkeiten ein echter Gewinn. Zwar eine Krücke, klar, aber eine durchaus nutzbare.

Doch zurück zur profanen Langeweile. Dieser Zustand, in dem wir uns selber auf die Nerven gehen, weil wir nichts sinnvolles mit uns anzufangen wissen.

So viel Zeit. Zeit, die wir uns ja eigentlich immer gewünscht haben. Um endlich mal all die Dinge zu erledigen, die wir vor uns hinschieben. Ja, ja.

Genau das ist ja das Problem. Mit einem Mal kann ich mich nicht herausreden. Ich habe die Zeit, die Sachen anzugehen. Aber dennoch keine Lust dazu. Doch das offen zuzugeben… ja, das ist nicht so einfach.

Es ist, weil…

Welche Ausrede bemühte ich denn, wenn die Zeit nicht das Problem ist? Faulheit? Die Unlust, aufzuräumen? Die Unlust, mich um den Aktenberg zu kümmern? Die verstaubten Ecken in der Wohnung, der unaufgeräumte Schrank, die nicht aufgehangenen Bilder? Um all das könnte ich mich doch jetzt kümmern.

Ich glaube, die Langeweile an sich ist eine Chance. Eine Chance, sich mal Zeit zu nehmen für Dinge, für die Leidenschaft-Zeit fehlte. Nicht für die Dinge, die die Vernunft uns befiehlt.

Zumindest habe ich das für mich beschlossen. Ich nutze sie jetzt einfach mal so, wie es mir gefällt. Und ja, ich hätte auch den Schrank aufräumen können. Zeit dafür war. Aber nicht der richtige Zeitpunkt 🙂

Und was meinst Du dazu?