Neues Altes

Vintage luxury dresser at flea market in Paris.

Unsere Versicherung hat sich gemeldet. So ein Umzug weckt Bedürfnisse. Nach höher, weiter und mehr. Kann ich verstehen, wenn auch nicht bedienen. Denn der Wiederbeschaffungswert unserer Möbel ist nur schwer bestimmbar. Der weit überwiegende Teil unserer Einrichtung ist alt. Nicht so richtig antik, als dass es schon wieder einen Wert darstellen würde. Mehr so unauffällig/gefällig alt.

Wir brauchen Möbel auf.  Weil wir es mögen. Na gut, hier und da ist auch ein neues Teil dabei. Wir wollen den Kreislauf ja nicht ans Erliegen bringen. Aber ansonsten – alles mit Macken. Passend zu uns.

Ich bin nicht alt – ich bin zeitlos

Gerade jetzt, nach so einem Umzug, fällt mir wieder auf, was für reizende Möbel wir doch haben. Da gibt es die Kommode mit den wunderschönen Schubladen-Knäufen und den stilisierten Blumen an den Seiten. Ok, der eine Fuß hinkt und die Lade schließt auch nicht mehr tiptop… aber der Gesamteindruck ist durchaus charmant. Und unsere Wäsche wird bestens beherbergt.

Oder der Vitrinenschrank im Wohnzimmer. Die Glastür ist nicht original. Da war ursprünglich mal ganz bestimmt ein einfaches Brett. Bei genauerem Betrachten sieht man auch den leicht angefressenden Rücken und die Macke in der Seitenwand. Doch mit so einem halben Meter Abstand ist der Schrank einfach nur wun-der-schön! Echt!

Oder unser Küchentisch. Den habe ich vor ca. 5 Jahren bei eBay für 50 € geschossen. Da fehlt eine Intarsie und durch die Verlängerungsplatte zieht sich ein Riss. Und doch ist er wirklich der aller, allerschönste Küchentisch von der ganzen, ganzen Welt. Es müsste sehr viel passieren, bevor ich mich von ihm trennen würde. Das weiß er aber auch. Er ist ein wenig eitel. Wir sehen es ihm nach.

Ein richtiges Schlonz-Feierabend-Wohlfühl-Teil

Neu ist unsere Couch. Oder Wohnlandschaft. Ich glaube, in den 70ern wäre es 100 pro eine Wohnlandschaft gewesen. Egal. Bei ihr hat uns die Farbe und die ungemeine Bequemlichkeit in den Bann gezogen. Farbe? Graublautürkis. Bequemlichkeitsfaktor 1+++

Ich/wir mögen Brüche. Im Stil, in Epochen, bei den Farben, beim Material. Mögen es, wenn durch neue Zusammenstellungen ganz neue Perspektiven entstehen. Das ist gerade bei so einem Umzug wunderbar zu erleben – da kommen gewohnte Möbel zwangsweise in ganz neue Blickwinkel. Bei der ganzen Arbeit ist das schon ein schöner Nebeneffekt.

Was wäre wenn?

Wir wollen ja nicht heiliger erscheinen, als wir sind. Natürlich geht mit uns schon mal der Gaul durch und wir träumen davon, was wäre, wenn wir einfach un-glaub-lich reich wären und uns alles kaufen könnten, was wir wollten. Und dann wälzen wir Designer-Kataloge durch und fangen an zu phantasieren… hält aber selten lange an. Meist reicht ein Blick durch unsere Wohnung, um uns wieder zu erden. Wir mögen es so, wie es ist. Sehr. Und freuen uns schon auf das nächste Schätzchen, dass wir bei irgendsoeiner Tauschbörse im Internet, auf dem Flohmarkt oder sonstwo auftun und mit Liebe aufpäppeln werden. Und auf die paar Highlights an neuen Teilen, die uns irgendwie im Weg stehen und mit müssen.

Und bei euch so?

 

 

 

Und was meinst Du dazu?