Aachen – Karl war mal hier

Aachen und seine Cafés

Deshalb gibt es hier in Aachen immer noch den Karls-Preis. Einmal im Jahr wird er seit fast 70 Jahren vergeben. 1949 wurde er von Dr. Kurt Pfeiffer ins Leben gerufen. Sein immer noch aktuelles Anliegen dabei war:

„Freiheit, Menschlichkeit und Frieden „

Ein Zusammenschluss europäischer Völker, um Notleidenden zu helfen, um die Zukunft unserer Nachfolger zu sichern. Ein hehres Vorhaben. Mit einer Erfolgsgeschichte.

Karl der Große

Er ist präsent. Er ist spürbar. Alleine schon durch den Aachener Dom. Durch seinen Thron, der hier steht. Auch wenn er selber hier nicht gekrönt wurde, so ist davon auszugehen, dass er von diesem Thron aus oft und intensiv an Messen teilgenommen hat. Als Zeichen der Verbundenheit mit dieser kleinen Stadt in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland, Belgien und Niederlande.

Für mich, als einfacher Besucher dieser Stadt, als mittelmäßig interessierter Tourist, zählen mehr andere Dinge. Ich finde hier kleine Alltagsfluchten. Bin unterwegs auf meinen Wohlfühlfährten.

Feine Cafés und mehr

Das Baristinho in Aachen

Leckereien im Baristinho

Eine davon ist die Kleinmaschierstraße. Der Name ist grauenhaft, die Straße voller kleiner Freuden. So gibt es hier das Baristinho, ein kleines, feines Café mit so netten Speisen und Getränken, dass mir regelmäßig das Herz aufgeht.

In Verbindung mit dem Vintage-Laden Cocoon wurde es vor genau einem Jahr (14. Juli 2017) als Pop-up-Store eröffnet. Die Idee hatten Florian Schüring und Dorota Maria Latten, Betreiber des Cocoons. Sie entdeckten das große, leere Ladenlokal des ehemaligen Modegeschäfts Prego und suchten jemanden für ihre Idee, einen Begegnungsort mit entspannter Atmosphäre zu schaffen. Idealer Partner dafür waren Andreas Heitkamp und Kirstin Heintz vom mobilen Kaffeestandes Baristinho. Sind sie doch in Aachen schon lange gut bekannt durch ihr leckeres Angebot auf Wochenmärkten und Festen.

Derzeit ist es ein Pop-up-Store. Mit einer angedachten Laufzeit von einem Jahr. Das ist nun vorbei – den Laden gibt es noch. Das macht mir Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es sich etabliert und noch viele, viele Jahre hier zu finden sein wird. Ich würde es genießen. Sehr.

Schöner Wohnen im alten Lampengeschäft

Design + Living

Design + Living in den Räumen des alten Lampengeschäfts

Schräg gegenüber des Baristinhos/Cocoons befindet sich ein weitere, bemerkenswerter Laden. Das Design + Living. Hier findet ihr schöne, stylische Möbel und Wohnaccessoires. Hab hier schon das ein oder andere Feine Fundstück gefunden.

Doch neben der verkäuflichen Dinge gibt es noch zwei Faktoren, die für mich diesen Laden besonders machen:

a. das Ladenlokal. Ein ehemaliges Lampengeschäft in einem wunderschönen Jugendstilhaus. An den (hohen) Decken befinden sich noch die Aufhängungen für die Lampen – alle schön eingefasst von einer

Design + Living

Die alte Deckenaufhängung für Lampen

Rosette, alles im klassischen grau/weiß gehalten.
b. die Inhaber. Es ist eine Freude, hier ein Gespräch zu starten. Egal, was ich bisher gefragt habe, ich habe immer eine sehr freundliche und kompetente Antwort erhalten. Nicht nur das – ich fühle mich hier wie eine alte, gerngesehene Bekannte, die zufällig auch noch einkaufen möchte. Das gibt es nicht oft und ich feiere solche Momente (und Menschen ) immer.

Oh la la!

Monsieur-Daniel

Das Feinkost-Paradies Monsieur Daniel

Weiter gehts. Ein weitere Laden, den ich regelmäßig einen Besuch abstatte, wenn ich mich auf dieser Straße befinde, ist das Monsieur Daniel, eine kleine französische Feinkost-Insel. Daniel Remacle hat sich hier einen Traum erfüllt und Brot, Käse und weitere Feinkost aus Frankreich mitgebracht, damit wir all diese Köstlichkeiten testen können. Wer mag, auch direkt vor Ort. Es gibt immer eine Kleinigkeit zu essen und Getränke warm und kalt. Sich fühlen wie Gott in Frankreich? Ist hier durchaus möglich.

Blumenrausch und Schmuckstück

Ein wenig weiter, die Kleinmaschierstraße Richtung Dom weitergegangen und links in die Schmiedstraße eingebogen, gelangt man zum Fischmarkt. Neben einigen netten Lokalen gibt es hier einen Ort, die ich euch gerne vorstellen möchte: Der Blumenladen Blütezeit.

Blütezeit-Blumenladen in Aachen

Blütezeit-Blumenladen in Aachen

Hier kann man mich ruhig ein Stündchen alleine lassen. Wäre nur mit Betrachten der Vielfalt beschäftigt, würde heimlich den Verkaufsgesprächen lauschen und dadurch mein Pflanzenwissen anreichen. Geld darf man mir hier nur abgezählt in die Hand geben – sonst verlasse ich den Laden ohne einen einzigen (Rest-) Cent in der Geldbörse.

Und ja, ich habe den Laden natürlich nicht ohne eine Pflanze unterm Arm verlassen. Hortensie. In Hellblau. Juchu!

Auf der anderen Seite des Fischmarktes gibt es einen winzig kleinen Schmuckladen. Leider kann ich mich an den Namen nicht erinnern. Ihr findet es, wenn ihr ins Spitzgässchen abbiegen möchtet. Da ist es dann linkerhand. Eingefangen wurde ich durch die Musik von Leonard Cohen. Sein „Suzanne“ hat mich wie von selbst in den Laden getrieben. Wollte da nicht raus, bevor das Lied zu Ende war. Hab mich dann auch noch böse in ein Paar Ohrringe verliebt. Was soll ich sagen – ich trage sie seitdem jeden Tag. Und denke an den großartigen Leonard.

Abschlusskaffe in Aachen

Café Dom in Aachen

Das Café Dom am Spitzgässchen in Aachen

Zum Abschluss meines kleinen Aachen-Ausflugs hab ich mir noch einen Kaffee gegönnt. Natürlich im Café Dom am Spitzgässchen, ein ehemaliges Eiscafé, das jetzt liebevoll in ein Café in den Farben der Innenkuppel des Aachener Doms verwandelt wurde. Ein Familienunternehmen mit von der Tochter handgemalten Speisekarten und von der Mutter selbstgebackener Kuchen. Und der Vater steht hinter der Theke. Herzlich ist es hier. Wie auch in all den anderen kleinen Alltagsflucht-Läden, die ich hier erwähnt habe.

Es gibt bestimmt noch so viel mehr in Aachen zu entdecken.  Bin schon auf meinen nächsten Besuch gespannt.

 

 

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