Das Ding mit den Vorsätzen

innerer Schweinehund

Ich habe einen Kater – und einen Hund.

Der Kater fordert jeden morgen sehr laut und nachhaltig sein Futter, der Hund hingegen ist heimtückischer. Nicht weniger fordernd, aber mehr so indirekt…

Der Kater heißt Chico (benannt nach irgend so einem spanischen Fußballspieler – hat der Engländer so entschieden). Der Hund heißt OK.

OK ist zwar kein richtiger Hundename, aber es fällt dann wenigstens nicht so auf, wenn ich in der Öffentlichkeit mit ihm diskutiere. Und das mache ich oft.

Mehr so innerlich

Ja, ihr ahnt es schon – es handelt sich nicht um einen physischen Hund. Mehr so einen imaginären. Meinen inneren Schweinehund. Womit wir beim Thema wären:

Die Vorsätze

Oft wird ja von den „guten“ Vorsätzen gesprochen. Ist das nicht so etwas wie ein weißer Schimmel? Gibt es auch schlechte Vorsätze? Der Vorsatz ist ja erst einmal neutral. Aber meistens fassen wir ihn doch, um etwas zu ändern. Und da wir so gestrickt sind, immer höher, weiter, schneller zu werden, sind diese Vorsätze fast ausnahmslos gut gemeint. Nicht zu verwechseln mit gut gemacht 🙂

Brauchen wir Bräuche?

Aber vielleicht gibt es ja noch einen besonderen Brauch des schlechten Vorsatzes, den ich einfach noch nicht kenne. Wie dem auch sei – schreiben möchte ich heute über die guten Vorsätze.

Genau heute vor 2 Jahren (04.01.2014) gab es hierzu auch eine interessante Fernsehsendung im WDR: „Woher kommen die guten Vorsätze?“

Ja, woher kommen sie wohl? Es gibt dazu mehrere Erklärungen. Ich bin auf zwei gestoßen, die mich zum Nachdenken angeregt haben:

Fand ich interessant. Bei der theologischen Erklärung wurde meine Theorie des weißen Schimmels bestätigt. Ich bereue etwas, beichte es, verbunden mit dem Vorsatz, mich zu bessern = guter Vorsatz.

Bei der psychologischen Erklärung fand ich es erstaunlich, dass es einen Unterschied gibt, ob ich einen Vorsatz fasse oder eine Absicht erkläre… die Wissenschaft ist faszinierend.

The same procedure as every year

Woher der Vorsatz auch immer kommen mag, ich liebe dieses Ritual!
So einmal im Jahr darüber nachdenken, was ich alles ändern möchte. Eine Art des Innehaltens. So ganz ohne Beichte. Mehr so unter dem Aspekt, wieder ein Jahr zur Verfügung zu haben, um gewisse Ziele zu erreichen.

Sicherlich ist diese Betrachtungsweise willkürlich und nicht wirklich sinnig. Ich weiß weder, ob ich tatsächlich ein ganzes Jahr zur Verfügung haben werde noch ist der Jahreswechsel ein Zeitpunkt, der weltweit zur gleichen Zeit stattfindet. Sei’s drum. Es ist ein Datum. Eines, dass sich regelmäßig und konstant wiederholt. Eine erkennbare Startmarke. Mit einer erkennbaren Zielmarke.

Deshalb fasse ich auch jedes Jahr aufs Neue Vorsätze für das kommende Jahr. Ja, klar mit dem Wissen, dass mein Hund OK mir da wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Letztendlich habe ich aber jeden meinen Vorsatz zumindest für ein paar Wochen durchgehalten. Und ein paar Wochen Sport treiben oder weniger ungesunden Kram essen reicht ja auch wieder für ein Jahr. Finde ich zumindest.

Foto: ©fotolia

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