Die Stadt mit D

Duesseldorf_Stadt_am_Rhein

Ich wohne ja in Mönchengladbach. Das kennt nicht jeder. Wie auch? Ist ja nur eine kleine Großstadt am linken Niederrhein. Wenn mich jemand fragt wo ich herkomme, erwähne ich als erstes immer den Fußball. Das klappt meistens.

Runde Sache

Borussia Mönchengladbach kennt so ziemlich jeder, der sich für Fußball interessiert. Nur ich selber kann da nicht viel zu sagen, da ich mich so gar nicht für Ballsport interessiere. Warum? Keine Ahnung, hat mich einfach noch nie angefixt. Vielleicht kommt das ja noch.

Städte-Image

So schön auch die Erwähnung von Borussia ist, wo Mönchengladbach liegt wissen deswegen noch lange nicht alle. Deshalb erwähne ich als nächstes Düsseldorf. Die Nachbarstadt. Und schon gehen die Diskussionen los. Düsseldorf! Wer geht denn da hin? Die sind doch da so arrogant, halten sich für etwas besseres, und, und, und… Köln kommt da besser weg. In Köln wird gemütlich jeknüggelt. Da sind die Menschen nett – aber so furchtbar oberflächlich. Berlin? Berlin ist coool. Klar! Und Krefeld? Krefeld geht gar nicht!

Blickwinkel einstellen

Hmm, schon komisch, wie Städte zu ihrem Image kommen. Mönchengladbach hat auch nicht gerade das beste. Und dennoch gefällt es mir hier gut. Oft sogar sehr gut. Woran das liegt? Wohl in erster Linie an meinem Blickwinkel und der Auswahl an Orten, an denen ich mich rumtreibe und an den Menschen, mit denen ich mich umgebe. Und so geht es mir auch mit allen anderen Städten. Ich habe bisher noch keine Stadt gefunden, die nur hässlich, nur doof, nur uninteressant war. In jeder Stadt habe ich total nette, aufgeschlossene und kreative Menschen getroffen. Vorurteile sind ja schön und gut, aber einfach mal die Augen offen halten für das, was gefällt, nutzt mir da mehr.

Dickes D

So halte ich es auch mit Düsseldorf, der Stadt mit D. Es gibt hier so viel Kreatives und Interessantes. In Gladbach gibt es kein einziges Programmkino mehr, in D’dorf dagegen noch einige. Und jedes hat seinen eigenen Flair, super Filme im Angebot und eine interessante Geschichte.

Cafe MuggelEines meiner Lieblingskinos ist das Souterrain. In den 70ern eröffnet und von mir seit den 90ern mit Begeisterung besucht. Hier habe ich meine ersten Steve McQween-Filme gesehen, aber auch Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch. Brazil von Terry Gilliam, Birdy von Alan Parker und Mephisto von István Szabó Es befindet sich im Kellergewölbe des Café Muggels in Oberkassel. Auch ein Klassiker.

OberkasselUnd Oberkassel lohnt sich immer, auch wenn hier überwiegend eine Einkommensschicht vertreten ist, zu der ich mich in diesem Leben wohl niemals zählen werde. Dafür können die prächtigen Jugendstilhäuser aber nichts. Und träumen ist ja erlaubt. So träume ich auch manchmal, ich würde voller Lässigkeit in einem dieser Häuser wohnen. Mit einer riesigen Bibliothek und einem wunderschönen Garten. So losgelöst von all dem finanziellen Pipapo fühlt sich das gut an. Aber im echten Leben wäre es mir zu viel. Da reicht mit Eicken vollkommen.

Stadt-Gefühl mal anders

Boui_Boui_BilkEs gibt aber auch weniger luxuriösere Ecken in D’dorf, die ich knallig gut finde. Bilk oder Flingern zum Beispiel. In Bilk gibt es das Boui Boui, eine ehemalige, 1918 gegründeten Schraubenfabrik. Hier finden in unregelmäßigen Abständen Trödelmärkte und andere spannende Veranstaltungen statt. So auch letzten Donnerstag das Abendmahl. (hab ein paar Bilder für euch) Gemeinsames Abendbrot mit einigen Bekannten und jede Menge Unbekannte. Brot, Butter, Tische, Stühle und loungige Musik waren schon da. Brettchen, Messer und alles, was aufs Brot passt, wurde mitgebracht. War eine tolle Atmosphäre und ich überlege schon, wie ich das Konzept anpassen kann, damit es in unser Viertel passt.

Auch der Stijl-Designmarkt am 24. Oktober 2015 war klasse (schaut mal, ein paar Fotos).Er kommt zwar nicht an unseren Claus-Markt, die  Wintervariante des Greta-Marktes auf dem Schillerplatz, ran, aber dennoch war es eine tolle Veranstaltung. Das Boui Boui gefällt mir so richtig gut. So eine Halle hätte ich auch gerne in unserem Viertel. Vielleicht findet sich da ja noch etwas.

Mir gefällt das NRW-Forum, der Kunstpalast, das Ständehaus (K21), das Museum am Grabbeplatz (K20) und wie sie alle heißen. Mir gefällt auch der Medienhafen, wobei ich Monkey’s Island schon sehr, sehr vermisse.

Design it, Baby

Design_Classic_Day_2015

Und letzten Sonntag war ich erneut in Düsseldorf. Diesmal auf dem Blumengroßmarkt auf der Ulmenstr. 275. Hier fand der Design Classic Day statt. Ein Rausch an coolen Möbeln und Wohnaccessoire (wollt ihr mal sehen?). Und an cooler Musik! Einer meiner Lieblings-DJs, Gärtner der Lüste (bürgerlicher Name Ralf Ilgner) neben DJ auch Mitglied der Musikredaktion von WDR 5 , gab sich die Ehre.
So, jetzt wisst ihr, warum ich die Stadt mit D gar nicht sooo schlimm finde. Und wenn nach einem klasse Tipp-Geber sucht, dann schaut mal nach bei:


Ein sehr cool gemachtes Online-Magazin, an. Mein persönliches Vorbild in puncto Webdesign. Vielleicht komm ich da auch mal hin. Und wenn nicht in diesem Leben, dann vielleicht in einem anderem.

Und was meinst Du dazu?