Dieses Internet

dieses Internet

Ich bin dabei. Sowas von. Seit Jahren. Fast seit Beginn. Im Netz. Im Internet.

Die Anfänge habe ich ignoriert. Da war ich noch anders unterwegs. Analog. Ging auch. Auch gut. Doch dann siegte die Neugierde. Der Wissens-Durst hat mich voran getrieben. Die irre Macht der Möglichkeiten.

Ja. Ich war mir auch immer mehr oder weniger der Gefahr bewusst. Wusste, dass ich irre viel über mich preisgab. Mehr, als ich so manchen reellen Menschen in meiner näheren Umgebung von mir erzählt hätte. Wusste auch, dass ich mich nüchternen Algorithmen anvertraue. Die nicht fühlen können. Die nicht in meine Seele blicken, um mich zu verstehen. In meiner Komplexität. Ganz im Gegenteil – sie hatten den Job, mich zu sortieren. In Schubladen. Zwar zum Teil deutlich mehr als den Menschen in meinem Umfeld zur Verfügung standen, doch und dennoch.

Mehr Raum

Wir möchten begreifen und fangen an, im Rahmen unseres Wissen, unserer Erfahrung, einzusortieren. Auch ich. Mein Radius ist leider auch nicht unendlich. Selbst wenn ich mich in Toleranz übe – es scheitert oft an der Beschränktheit meiner eigenen Erfahrungen, meiner eigenen Sicht auf das Leben.

Deshalb ist das Internet für mich so eine Bereicherung. Es macht mir den Blick weit. Zeigt mir Welten und Möglichkeiten ausserhalb meiner eigenen Beschränktheit. Wenn ich etwas nicht verstehe, etwas nicht für möglich halte, dann wende ich mich an das Internet – dieses Netzwerk an Wissen und Informationen – und innerhalb einer erstaunlich kurzen Zeitspanne erhalte ich fast alles, was ich wissen möchte. Mehr sogar. Ich muss sondieren. Was von den Informationen, die ich in Fülle erhalten habe, ist für mich brauchbar. Was ist seriös überprüft? Was nur Vermutungen oder – ganz übel – bewusste Falschinformation?

Das Denken abschalten geht nicht

Ist ein Luxuswunsch. Nur, weil uns jetzt auf Knopfdruck ein Vielfaches mehr an Informationen zur Verfügung steht, heißt das noch lange nicht, dass ich blind vertrauen kann. Doch ich habe zumindest eine Auswahl. Ich kann mir die einzelnen Thesen und Behauptungen anschauen, weiter recherchieren und dann abwägen.

Ohne Internet wäre das sicherlich auch möglich. Doch um einiges eingeschränkter. Ich bin froh um diese Form der Uneingeschränktheit. Sie hat mein Wissen enorm erweitert. Das ist sowieso eines der höchsten Güter, die unserer Gesellschaft zur Verfügung steht. Heute, Derzeit. Und hoffentlich auch noch Lange: freier Zugang zur Bildung und Information.

Und was meinst Du dazu?