Ehrenamt – Hm?!

Ehrenamt lohnt sich

Es ist inzwischen 5 Jahre her, dass sich meine Einstellung zum Thema „Ehrenamt“ geändert hat.

Vor diesen 5 Jahren dachte ich immer, Ehrenämter wäre nur etwas für die Menschen, die sich schon aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet hätten oder neben Haushalt und Kinder noch eine Beschäftigung suchten. Ganz schön engstirnig von mir.

Doch dann bin ich umgezogen. In ein neues Viertel. Ein Multi-Kulti-Viertel in Bahnhofsnähe. Hier gibt es viele, wunderschöne Jugendstilhäuser. Aber auch 70er-Jahre-Bauten, die ihren Glanz verloren haben.

Eine Initiative?

Bunt ist es hier. Viele Studenten, Künstler, junge Familien und so Leute wie ich wohnen hier. Und es gibt einen Verein. Die Initiative Gründerzeitviertel e. V..

Aha, dachte ich, was machen die denn in diesem Verein? Und bin da mal hingegangen…

… hat mir sehr gut gefallen. Viele nette, engagierte Menschen, die sich zum Ziel gemacht haben, das Viertel zu beleben. Niemanden ausgrenzen, sondern alle einbinden. Na, da bin ich dann mal Mitglied geworden. Bei einem Jahresbeitrag von gerade einmal 10 Euro durchaus leistbar. Und jetzt mache ich Ehrenamt!

Wir haben uns mit ein paar Mädels zusammengetan und veranstalten 2 Mal im Jahr einen Viertel-Trödel. Das macht nicht nur irre Spaß, es hat auch richtig tollen Anklang gefunden. Innerhalb eines Tages sind wir komplett ausgebucht und das ganze Viertel freut sich, wieder zusammen zu kommen.

Troedel im Viertel

Unser Viertel-Trödel

Und die Kunst?

In meinem Viertel gibt es auch die ein oder andere Ausstellung. Und auf einer dieser Ausstellungen habe ich mich richtig nett unterhalten.  Mit einem Er. Er hatte einen herrlichen Humor und eine sehr entspannte Einstellung zur Kunst. Und ganz nebenbei erwähnte er den Museumsverein Abteiberg. Ob ich da nicht Mitglied werden möchte? Och, ein Verein mehr oder weniger…

Und so kam ich an mein 2. Ehrenamt. Hier stehe ich an einigen Sonntagen im Jahr im Museumscafé und bewirte mit weiteren Mitgliedern des Vereins die Besucher. Das machen wir, damit der Museumsbesuch für die Kunstinteressierten noch angenehmer wird.

Museum Abteiberg

Kunst am Museum Abteiberg

Das von Hans Hollein von 1972-82 gebaute Museum verfügt zwar über ein sehr ansprechendes Café, doch kann es nur während der Museumszeiten geöffnet sein. Davon kann auf Dauer kein Gastronom leben. Es gab einige Versuche, aber irgendwann gab man es auf und es wurden ein Getränkeautomat aufgestellt. Das fanden wir blöd. Da kam die Idee mit dem Cafédienst auf. Wir backen Kuchen (ich weniger, das ist nicht gerade meine Stärke), kochen Kaffee und freuen uns, wenn sich die anderen freuen.

Auch in diesem Verein habe ich supernette Menschen kennengelernt. Ich hab viel gelernt und lerne immer noch. Hab neue Freunde gefunden und fühle mich einfach nur pudelwohl in meinem Viertel, meiner Stadt.

Für mich steht fest:

„Ehrenamt macht Spaß!“

Und was meinst Du dazu?