Gartenglück

Garten kann sich das, was wir vorfinden, wenn wir die Terrassentür öffnen, nur bedingt nennen. Es ist ein  einfacher Hinterhof. Beziehungsweise, es WAR ein einfacher Hinterhof.

Früher wurden hier Mülltonnen abgestellt und Wäsche getrocknet. Fertig! Mehr war nicht nötig, mehr wurde nicht verlangt.

Hinten im Hof

Eine kleine Terrasse gab es aber immer schon. Schön rund und mit Stufen zum Hof. Und Außenbeete mit den Klassikern Rhododendron, Azalee, Hortensie und Lavendel. Wobei der Lavendel schon recht ungewöhnlich für diese Zeit war. Wir sprechen hier vom Jahre 1923. Da wurde dieses Haus erbaut. Vielleicht ist der Lavendel ja auch später dazugekommen. Wer weiß. Doch er ist schon recht alt. Und groß.

Alles in Allem war es aber ein recht trostloser Anblick, als wir hier vor 6 Jahren einzogen…

Come to Paradise

Feigenbaum

Feigenbaum mit zaghaften Früchten

Doch jetzt ist es unser kleines Paradies. Es blüht und grünt nur so vor sich hin. Hier wachsen Erdbeeren, Tomaten, jecke Kräuter und jede Menge Blumen. Auch ein paar Exoten haben sich hier unter’s Volk gemischt: Feigen, Zuckerschoten und Melonen. Okay, Zuckerschoten sind keine wirklichen Exoten. Sie sind sogar recht ursprünglich. Aber dennoch ein wenig in Vergessenheit geraten.

Hibiskus

Hibiskus @the garden

Was mich am Meisten freut – die meisten Pflanzen sind überhaupt nicht sauer, dass ihnen nur einen Topf als Lebensraum zur Verfügung steht. Christ-/Pfingstrosen, Flieder, Oleander, Hibiskus und sogar die empfindliche Kamelie fühlen sich hier sauwohl. Und wir uns mit ihnen.

Die Guten ins Töpfchen…

Brombeeren

Brom-hmmm-Beere

Bald steht die Ernte an. Himbeeren haben wir schon geerntet. Die warten jetzt in der Kühltruhe, bis die Brombeeren auch reif sind und dann geht es ans Marmeladendingsen. Die Tomaten brauchen noch ein Weilchen. Dann geht es ihnen auch an den Kragen. Ein Teil landet direkt frisch im Salat, ein weiterer wird Sugo und der Rest wird getrocknet. Dann gibt es im Winter auch noch was Leckeres zu naschen.

Die Zuckerschoten werden aber direkt auf unserem Esstisch landen. Die schmecken frisch einfach so hmmmmm! Dazu noch Lamm (wer mag) oder alternativ ein Sojaschnittchen und frische Kartoffeln – einfach nur lecker!

Draußen nur schöne Aussichten

Ach, ich könnt stundenlang in unserem „Garten“ (andere sagen immer noch Hof) rumstreunern und hier mal naschen und da mal nachschauen, was das Wachstum so macht. Da fällt mir ein –  hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir auch einen Apfelbaum (im Topf) haben? Ja, das ist gut, wenn man Apfeltarte so liebt wie wir.

Jetzt könnte man ja meinen, ich wollte euch neidisch machen. Weit gefehlt! Anregen möchte ich euch. Nutzt die Flächen, die sich euch bieten. Freunde von uns haben sich eine Parzelle auf einem Acker angemietet. Andere haben sich sogar in die fremden Welten des Schrebergärtners begeben – trotz bestehenden Bundeskleingartengesetz (ich ziehe meinen Hut vor euren Mut) und wieder andere haben jeden freien Platz auf ihren Balkon genutzt. Irgendwas geht immer. Und es ist einfach riesig, wenn das mickrige Pflänzchen wächst und sogar etwas abwirft! Echt!

Kresseblüte

wunderschöne Kresseblüte – total essbar und so lecker!

Und was meinst Du dazu?