Irgendwo dazwischen

Auch mittelalt macht das Leben Spaß

Die Frau, der ich im Spiegel begegne, ist über 50. Über 50 Jahre auf dieser Erde. Das ist einerseits schon irre lange, aber andererseits…

Ja, sicherlich merke ich, dass ich keine 20 mehr bin. Auch keine 30. Aber 40 doch schon noch, oder? So irgendwie noch nicht alt, oder?

Alt? Nee!

Klar! Heute ist man/frau mit 50 noch nicht „alt“, aber auch schon lange nicht mehr „jung“. Irgendwo dazwischen eben. Das ist meistens auch vollkommen okay für mich. Aber manchmal, manchmal ist es echt doof!

Z. B. wenn es wieder Sommer wird und ich, wie gewohnt, einen Minirock und ein Shirt aus dem Schrank zerre. Das sieht mit einem Mal anders aus. So… alt!

Also, nicht das Shirt oder der Rock, mehr der Körper, der da drin steckt. Obwohl ich mich ja selber nicht wesentlich verändert habe. Zumindest innerlich. Äußerlich dann wohl schon.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Auch der Blick in den Spiegel ist ungewohnt. Klar erkenne ich mich wieder. Doch da ist so etwas Neues, so etwas gar nicht so gern gesehenes. War die Falte an den Mundwinkeln letztens noch gar nicht da? Was machen denn meine Arme für ausgefallene Sachen? Wieso bildet sich da eine nicht-mehr-wegzukriegende Bauchwurst? Wer will das denn?

Dabei fühle ich mich noch genauso wie immer. Nur mein Außenbild stimmt damit nicht mehr überein. Wenn ich z. B in einem Café etwas bestelle und gesiezt werde. Oder mich auf einer Party mit jemanden unterhalte und die ganze Zeit denke: „Hoffentlich meint er jetzt nicht, ich will was von ihm!“ Nein, ich will nichts von Euch, den unter-50-Jährigen. Außer vielleicht, mich einfach von Mensch zu Mensch unterhalten.

Ich bleiben

Ich möchte einfach authentisch bleiben, ohne mich erklären zu müssen. Bestimmt bilde ich da keine Ausnahme. Es gibt da schon einige hervorragende Vorreiterinnen, wie z. B. Vivienne Westwood, Corinna Harfouch, Katharine Hepburn,… um nur ein paar zu nennen.

Wie schön wäre es, wenn wir Menschen über 50 (60, 70, 80,…) nicht ständig „forever young“ wirken müssten, damit vorstellbar ist, dass wir im Kopf nach wie vor jung  sind und uns mitten im Leben befinden, trotz Falten, komischer Arme und Rettungsreifen. Und dass wir auch noch supergerne im Café geduzt werden. Und wenn es ganz banal darum geht, sich dazugehörend zu fühlen.

Nicht vergessen – wir waren auch einmal „wild and free“. Und das ist gefühlt gerade einmal 5 Minuten her 🙂

Und was meinst Du dazu?