Kultur-Glück im Viertel

Lesung_Claudio_Ghin

Oh ja, ich liebe mein Viertel. Auch wenn es sich nicht immer liebenswert präsentiert. Wie überall gibt es auch hier weniger schöne Ecken und Menschen. Aber das Positive überwiegt. Bei weitem!

Hier gibt es so einen ganz eigenen Summton, eine ganz eigene Stimmung.

We make our own Kultur

Auch in Sachen Kultur ist hier einiges los. Es gibt prima Ausstellungen und  liebenswerte Projekte, wie das am vergangenen Samstag.

Myriam Topel, ein sehr engagierter und talentierter Mensch aus unserem Viertel, hat am Samstag im kleinen und feinem Innenhof (Die feine Hofgesellschaft) auf der Goethestraße 14 zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ach, was heißt geschlagen? Sie hat gezaubert!

Buch Auf einem Auge HerbstSo gab es die fantastische Lesung Buch Release Lesung und Alkohol, bei der Claudio Ghin, ein Wortakrobat der besonderen Art,  sein skurriles, witziges und warmherziges Buch Auf einem Auge Herbst vorstellte.

Poppy_im_Wunderland

Und – fast unsichtbar, aber um so beeindruckender, wenn entdeckt – die Fotoausstellung On the road with Poppy im Atelier von Myriam.

Feeling free

Lesung_8

Es gab sogar Liegestühle!

Das Besondere: die Lesung fand unter freiem Himmel statt. Der Hof war geschmückt und mit allerlei Arten von Stühlen, Sesseln und Sofas ausgestattet. Für jede Sitzgewohnheit war etwas dabei. Lichterketten spendeten warmes Licht und der versprochene Alkohol (Landbier mit dem herrlichen Plopp) war angerichtet. Keine Sorge, es gab auch genug Non-Alkohol. Aber eben auch Landbier 😉

Decken, Kissen und warme Mützen wurden mitgebracht und dann ging es los.

Claudio, nach eigener Aussage doch ganz schön hibbelig und nervös, startete souverän und verschmitzt. Der erste Text wurde gelesen und mir huschte ein Schmunzeln übers Gesicht. Was für eine wilde Phantasie. Was für ein Humor!

Die feine Hofgesellschaft gibt sich die Ehre

Entspanntes Lauschen im Innenhof

Es wurde viel gelacht an dem Abend. Die Stimmung war so unglaublich entspannt. Claudio verhaspelte sich ein paar Mal. Oder auch nicht. Vielleicht war es Absicht. Um uns zu irritieren. Wie auch immer. Es kam gut an. Blieb so verdammt menschlich. So nah. Jemand aus unsere Mitte, der das, was wir auch denken (wollen), in so geniale Worte packte. So ehrlich, so offen, so geradeheraus. Und charmant.

Akribie, Professionalität und Leidenschaft

Poppy Ausstellung My TopelUnd in der (Landbier-)Pause der Besuch in Myriams Atelier. Eine andere, stillere Welt. Unglaubliche Fotos einer Barbie (ja, ist keine Barbie, ist eine Poppy)-Puppe, die so realistisch und entspannt an allen möglichen Orten der Welt postete, dass es einem umhaut. Das soll eine knapp 20 cm große Puppe sein? Faszinierend!

Alles in allem war dieser Samstagabend für mich ein Trip in eine Welt voller Phantasie und Kreativität.

Think big!

Oh ja, gerne!

 

Claudio GhinClaudio Ghin, auch oder sogar besser bekannt als NEON-Autor MisterGambit, kommt nicht aus Mönchengladbach. Nein, eher aus einem Kaff in der (relativen) Nähe von Paderborn. Hier ging es auch los mit dem Worte-finden und Nieder-schreiben. Erst einmal gar nicht so erfolgreich. Aber leidenschaftlich. Leidenschaft folgt keiner Vernunft. Was für ein Glück! So blieb auch Claudio dem Formulieren von skurrilen Sätzen treu, packte sich professionelles Know-how obenauf und ging seinen Weg. Nach Mönchengladbach. Ach, was sage ich, nach Eicken! Und jetzt ist er hier. Mit seinem gr0ßartigen Erstlingsewerk „Auf einem Auge Herbst“, dass ich mir mit Freude an einem stürmischen und usseligen Ostermontag reingesogen habe. Es hätte schlimmer kommen können 🙂

Myriam TopelMyriam Topel, eine wunderbare Fotografin mit viel Gespür für den richtigen Augenblick, speziell bei Kinderportraits, wirbelt kreativ durch unser Viertel, beschert uns mit ihrer genialen Mitstreiterin Nicole Schlürensauer die fabelhaften und weit über die Stadtgrenze bekannten Kreativmärkte Greta & Claus. Damit nicht genug, schafft sie immer wieder wunderbare und bezaubernde Events. Nicht zuletzt mit der Feinen Hofegesellschaft, ein kultiger Platz im Innenhof eines imposanten Gründerzeithauses. Dafür ein herzliches Dankeschön von mir – laut und heiser herausgebrüllt!

Und was meinst Du dazu?