Das Ding mit Prince

Prince

Eigentlich wollte ich heute über etwas anderes schreiben. Besonders, da ich in den letzten Tagen durch das neue Update von WordPress ganz schön in Atmen gehalten wurde und endlich, endlich wieder hier schreiben kann…

Doch dann kam eine Nachricht über den Äther, die mich – ja, was eigentlich? Geschockt? Getroffen? Betrübt? Ja, all das. Aber noch mehr.

Es hat mich erinnert. Daran, dass es Menschen gibt, die vielleicht nicht so allgemeinverträglich sind. Menschen, die ich mir nicht unbedingt als Eltern oder Partner wünsche. Dennoch möchte ich um nichts in der Welt auf solche Menschen verzichten. Weil sie so mutig sind, so bunt, schrill, laut, egozentrisch und eben GENIAL!

Prince

UNDER THE CHERRY MOON, Prince, 1986, (c)Warner Bros.

Und Prince, die Diva, gehörte für mich eindeutig dazu.

Er hat mich mit seiner Musik eingefangen. Laut und schräg habe ich zu Purple Rain, Kiss oder Little Red Corvette mitgesungen, meinen Körper komisch verbogen und Luftgitarre gespielt. Und mich auch ein wenig purple gefühlt. Ich hab mir sogar Under The Cherry Moon angeschaut und war geflashed. Der Film war so schräg, so drüber, dass ich ihn schon wieder richtig gut fand. Einfach Kult.

Mir hat sein Schalk so gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass er sich selber nicht so ernst nahm. Auch wenn er ganz schön snoppy sein konnte.

Und jetzt ist er tot.
Bäm!
Einfach so!

Dass Genies dann doch einfach so sterben können. Irgendwie komisch…

Selbst-Darstellen

Egozentrik, Größenwahn, Gigantomie oder wie auch immer es bezeichnet werden kann, hat oftmals bizzarre Auswirkungen Doch gerade in der Kunst finde ich das gut aufgehoben. Wenn hier jemand davon überzeugt ist, Mittelpunkt der Welt zu sein und sich übertrieben aufführt, sind die Schäden selten gravierend. Da wird vielleicht mal ein Konzert demonstrativ abgebrochen, weil irgendeine Kleinigkeit nicht stimmt. Oder es wird darauf bestanden, dass zum Baden kein gewöhnliches Leitungswasser, sondern nur das Wasser einer abgelegenen Bergquelle verwendet wird. Das ist spinnert, anstrengend, aber nicht wirklich schlimm. Egozentrik in der Politik hat da ganz andere Auswirkungen. Beispiele dafür brauche ich wohl nicht aufzuzählen.

Prince war ein Egozentriker vor dem Herrn. Es wird erzählt, dass er einmal ins Studio von einem Musiker-Kollegen eingeladen wurde, um mit ihm eines seiner berühmten Stücke neu aufzunehmen. Prince kam ins Studio, hörte sich das Stück an und verließ ohne ein Wort das Studio. Das Stück wäre unter seinem Niveau gewesen, gab er später an.

So what?

Der Musiker, um den es hier geht, war kein geringerer als Michael Jackson. Um welches Stück es ging?


Sexy Motherfucker

Prince war für mich ein kleiner Gott. Jemand, der sich einfach über die Dinge hinweggesetzt hat. Ein eigenwilliger Mensch, der sich nicht um den Mainstream geschert hat. Jemand, der den Mund aufmachte und sich seine Meinung nicht verbieten ließ. Und er war so wahnsinnig talentiert! Eine Ausnahmeerscheinung.

Be different

Im Himmel gibt es ja gerade einige Neuzugänge, die dieses Prädikat für sich in Anspruch nehmen können:

Ich bin ganz vernarrt in diesen Menschenschlag und wünsche mir, dass wir alle ein wenig Prince, David oder Roger werden oder bleiben. Und deshalb höppel ich heute mit Kopfhörern auf den Ohren durch die Wohnung und trällere „Purple Rain, purple Rain“ bis der Arzt kommt.

 

2 Kommentare

  1. auf einmal hat man dieses Bild vom „Himmel“ im Kopf und wird es nicht mehr los, stellt sich vor dass diese wunderbaren Menschen dort zusammnen sitzen und himmlische Musik machen, reden, tanzen, feiern…..

Und was meinst Du dazu?