Ein prall gefülltes Wochenende

Wochenende

Es gibt Wochenenden, die schleichen sich so durch und dann wieder welche, die sind schneller um, als man denken kann, auch wenn hinterher nichts besonderes in Erinnerung bleibt. Und dann gibt es noch die Glücks-Wochenenden. Die, an denen sich die tollen und schönen Ereignisse nur so aneinanderreihen. Und so eines liegt jetzt hinter mir. Was für ein Geschenk!

Apfelfest

Gestartet hat es mit dem Apfelfest des Museums Abteiberg.

Apfelfest Museum Abteiberg

Apfelfest Museum Abteiberg

Eine alte, städtische Tradition, die bis zum Jahre 2012 jährlich auf der Obstwiese des ehemaligen Rittersitzes Haus Horst in Mönchengladbach Giesenkirchen stattfand. In Verbindung mit der aktuellen Ausstellung „Der Apfel. Eine Einführung.“ bot es sich an, das Apfelfest wiederzubeleben und diesmal den wunderschönen Skulpturengarten des Museums zu nutzen. Ok, keine Apfelbäume, aber jede Menge Äpfel.

parc/ours

Der parc/ours ist das Wochenende der Kunst in Mönchengladbach. An zwei Tagen im Jahr öffnen professionelle Künstler ihre Ateliers für Besucher. Galerien, Museen und zahlreiche andere Kunstorte zeigen spannende Ausstellungen bei freiem Eintritt.

Das Apfelfest war auch gleichzeitig ein Veranstaltungspunkt des diesjährigen parc/ours. 2 Tage Kunst in Mönchengladbach – bürgernah und eintrittsfrei. Eine großartige Sache, die ich schon seit Jahren mit Begeisterung besuche. Nicht nur die dargebotene Kunst begeistert – nein – auch die lockeren Gespräche mit den Künstlern. Da ist nichts abgehoben oder verklärt. Einfach Kunst, einfach Menschen.

Federleicht in schwarz und weiß

Ich werde nicht alle aufzählen können, aber ein paar möchte ich nennen, um einen Eindruck zu vermitteln. Da war z. B. Brigitte Zarm, die sich auf der Steinmetzstr. 31 in Mönchengladbach ein Haus mit weiteren Künstlern teilt.

Brigitte Zarm Atelier

Atelier Brigitte Zarm

Ihr Atelier, klassisch klar in schwarz/weiß gehalten, lebt von den Details: großzügige Blumenarrangements, einzelne Möbel aus den 20ern, eine gemütliche und wunderschöne Decke auf dem – natürlich – puristischen, schwarzen Sofa. So müssen sie ausgesehen haben, die Ateliers der 20er Jahre. Zumindest stelle ich sie mir so vor. Bei ihrer Kunst dreht sich alles um die Feder – ob als Objekt oder als Schreib-Feder – faszinierend!

Schrill und sensibel

Petra Wittka

Petra Wittka

Als zweite Künstlerin möchte ich Petra Wittka erwähnen. Sie hatte einen kleinen Kellerraum im BIS in ein Atelier verwandelt. Anders als bei Brigitte Zarm handelt es sich hierbei nicht um den Ort, an dem sie ihre Kunst herstellt. Dieses Atelier war nur temporär, aber nicht weniger beeindruckend.

Bei Petra Wittka fasziniert mich ihre aus ihr ausbrechende Kreativität. Ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Ihre Kunst ist bunt, laut, aber auch leise, ungewöhnlich, schrill, Pop. Vieles trägt eine sensible Geschichte in sich, die fast verdeckt wird durch das grelle und laute Äußere. Ich finde es spannend, ihre Kunst zu entdecken.

Intensive Bildbetrachtung

Link und Kress

Prima Gespräche im Atelier von Link & Kress

Abschließen möchte ich meine Künstler-Vorstellung mit Link & Kress. Ich habe die beiden vor Jahren als Fotografen kennengelernt, wobei Anna Link auch ganz hervorragend malt und dies auch ihr Einstieg in die Kunst war. Das Fotografieren war mehr so ein Hobby – bis Marc-Daniel Kress in ihr Leben trat. Da veränderte sich die Gewichtung und die Fotografie übernahm den Platz des Malens. Ich persönlich bin über diese Entwicklung sehr froh, da die Bilder der beiden für mich einen Sog ausüben. Die überwiegend in schwarz/weiß gehaltenen Fotografien besitzen eine Intensität – einfach großartig!

Am Samstag standen aber gar nicht einmal so ihre Bilder für mich im Vordergrund. Mit den beiden kann man sich auch prima unterhalten. Ihr Atelier war für mich mehr Entspannungsort und ein schöner Abschluss eines eindruckvollen Kunsttages.

Sonntag anner Niers

Der Sonntag startete verhältnismäßig früh. Es galt ein Geburtstagsgeschenk einzulösen: Paddeln auf der Niers. Geplant war eine 2-stündige Tour auf dem Wasser mit anschließender Rückfahrt auf dem Rad. Na, dann mal los!

Mit insgesamt 7 Leuten machten wir uns gegen halb elf auf den Weg nach Viersen-Süchteln. Das Wetter war perfekt – nicht zu warm, nicht zu kalt und überwiegend sonnig. Zwei von uns hatten schon Paddel-Erfahrung, zwei kannten sich gut auf Booten allgemein aus und drei waren ahnungslos. Ich war eine davon.

Nach dem freundlichen Empfang ging es direkt zu den Booten. Wir bekamen kurz erklärt, was zu beachten ist mit so nützlichen Hinweisen wie: „Am sichersten ist man im Boot kopfunter im Wasser.Paddeln auf der Niers Dann liegt das Boot stabil…“ (Wer will das denn?). Auch wurden wir gefragt, ob wir Schwimmwesten tragen möchten. Bei einer durchschnittlichen Wassertiefe von 1 Meter erschien uns das nicht sooo wichtig. Also ab ins Wasser – mit Boot natürlich.

Einfach treiben lassen

Der Einstieg ins Boot war noch recht wackelig und bei den ersten Paddelversuchen landeten wir prompt in der Böschung. Doch dann lief alles gut. Es war so herrlich entspannt. Ich hatte ganz vergessen, wie wohltuend es ist, sich einfach treiben zu lassen. Das ging selbst bei der geringen Strömung der Niers erstaunlich gut. Schön war’s. Bäume, Felder, Himmel, Schwäne, Fischreiher, Enten und Tandem-Fallschirmspringer! Gott-sei-Dank sind alle auf dem Feld NEBEN der Niers gelandet, auch wenn es zwischenzeitlich so aussah, als würden sie uns ins Boot springen. Hatte ich noch nie in solcher Nähe gesehen. Es scheint Spaß zu machen. Zumindest trudelten die Fallschirmspringer recht fröhlich durch die Lüfte. Ich wäre da gar nicht mehr fröhlich – bei meiner Höhenangst.

Anlegen am BootsstegNach knapp zwei Stunden waren wir am Ziel. Die Zeit ist irre schnell vergangen und bis auf einem platten Popo hatten wir auch alles gut überstanden. Dann wieder weniger grazil aus den Booten raus und auf die Fahrräder. Nach einem Zwischenstopp in einem urgemütlichen Bauerncafé waren wir dann glücklich und müde um vier wieder am Bootsverleih. Es hat sich angefühlt, als wären wir den ganzen Tag unterwegs gewesen. Dass es nur ein paar Stunden waren, konnten wir nicht glauben, so viel hatten wir erlebt. Ich kann so eine Paddeltour nur wärmstens empfehlen.

Schweinegeile Zeit

Und um den Hals nicht vollzukriegen ging es danach noch zu einem Open-Air-Konzert in den Volksgarten. Lehmann Liedermaching gab sich die Ehre im Rahmen der Five O´ Clock Acoustic-Konzertreihe.

lehmann Liedermaching

Lehmann Liedermaching

Die Texte der Jungs sind rotzfrech und schweinegeil (das ist vielleicht nicht politisch korrekt, aber wahr!). Richtig klasse war aber der Verkauf der CDs. Anders als sonst ging der Erlös nicht an die Band, sondern das ganze Geld wird für Sprachunterricht für Asylanten gespendet. Ich liebe sie!

Danach war ich müde und wollte nur noch in mein Bett. Aber schön war es, mein prallgefülltest Wochenende!

 

Und was meinst Du dazu?